Umwelttechnik durchsuchen

Mediadaten

Download Mediadaten 2018

Labor klärt Trinkwasser ab

Wie die Gemeinde Ramsen in ihrem Newsletter vom 20. April 2018 schreibt, wurde im Trinkwasser der Gemeinde Ramsen eine Verunreinigung durch den Herbizidwirkstoff Bentazon gefunden Das Interkantonale Labor hat aufgrund dieses Befundes hydrogeologische Abklärungen durchführen lassen, um den Perimeter, aus welchem das Grundwasser des Pumpwerk Wilens gefördert wird, auszuweisen. 

Dieser Perimeter wird Zuströmbereich genannt und umfasst das Gebiet aus dem das meiste (rund 90%) Grundwasser stammt, das im Pumpwerk Wilen gefördert wird. Das eidgenössische Gewässerschutzrecht schreibt die Ausscheidung eines Zuströmbereiches vor, wenn die Wasserqualität gefährdet ist. Die Bewirtschaftung von Parzellen im Zuströmbereich wird solange eingeschränkt bis die Qualität des Grund- und Trinkwassers wieder einwandfrei ist. 

Die Ausscheidung des Zuströmbereiches wurde aufgrund des Befundes von Bentazon im Trinkwasser durchgeführt. Es besteht kein direkter Zusammenhang mit dem Bewässerungsprojekt Bibertal. Unabhängig von diesem Projekt müssen Grund- und Trinkwasser die rechtlichen Vorgaben einhalten. Die hydrogeologischen Arbeiten wurden durch ein unabhängiges Ingenieur- und Geologiebüro im Auftrag des Interkantonalen Labors durchgeführt und sind nun fast abgeschlossen. Der Grundwasserkörper wurde in einem Modell abgebildet und die Wasserentnahme beim Pumpwerk Wilen modelliert. Um das Modell zu kalibrieren, d.h. auf die tatsächlich vorliegenden Verhältnisse anzupassen, braucht es Messungen des Grundwasserspiegels an möglichst vielen Stellen im modellierten Bereich. Da die bestehenden Bohrlöcher nicht ausreichten, wurden im Juli 2018 fünf weitere erstellt.

Ramsen

Das Trinkwasser der Gemeinde Ramsen wurde durch den Herbizidwirkstoff Bentazon verunreinigt. Bild: Wikipedia

 

Der Zuströmbereich erstreckt sich in einem eher schmalen Streifen vom Grundwasserpumpwerk Wilen aus nach Norden bis in die Nähe des Ramsener Dorfzentrums (siehe Beilage). Da der trockene Sommer 2018 einen aussergewöhnlich tiefen Grundwasserspiegel zur Folge hatte, konnte das Modell nicht ganz optimal kalibriert werden. Daher verbleiben im Moment noch gewisse Unsicherheiten in der seitlichen Ausdehnung des Zuströmbereiches. Um diese zu bereinigen werden die Kalibrierungsmessungen wiederholt, sobald der Grundwasserspiegel einen repräsentativen Pegel erreicht hat. Die hydrogeologischen Untersuchungen und die Untersuchung der Wasserqualität in verschiedenen Bohrlöchern und Wasserfassungen im Bibertal weisen darauf hin, dass der im Trinkwasser gefundene Herbizidwirkstoff Bentazon im Perimeter des Zuströmbereiches eingetragen wurde.

Bentazon darf von Privatpersonen nicht angewendet werden. In der Landwirtschaft ist die Anwendung in verschiedenen Kulturen (u.a. Bohnen, Soja, Kartoffeln, Getreide, Mais) jedoch zugelassen. Um eine Verbesserung zu erzielen, sind im Zuströmbereich Einschränkungen im Einsatz dieses Herbizides notwendig. Am 22. Oktober 2018 fand eine Informationsveranstaltung für die betroffenen Eigentümer und Bewirtschafter von landwirtschaftlichen Parzellen statt, um die Bedeutung des Zuströmbereiches und das weitere Vorgehen zu erläutern. Es wurde diskutiert, wie die weiteren Schritte aussehen, damit das Trinkwasser von Ramsen in Zukunft die Höchstwerte wieder einhalten kann. Die betroffenen Bewirtschafter haben dabei ihren Willen zur Zusammenarbeit ausgedrückt und wollen gemeinsam mit der Gemeinde, der Wasserversorgung und dem Kanton auf eine Lösung des Problems hinarbeiten.

 

www.interkantlab.ch